DLG Faktenblatt Schweinehaltungen

Die kleine Arbeitsgruppe um Stefan Leuer von der Landwirtschaftskammer NRW hat die Kosten berechnet, die dem Landwirt pro kg Schweinefleisch entstehen, wenn er die Kriterien der drei Stufen des staatlichen Tierwohlkennzeichens erfüllen möchte. Dazu wurden die Produktionskosten erstmals auf das kg Schnitzel aus der Ober-schale umgerechnet. Herausgekommen ist der Verkaufspreis, der zur Kostendeckung der entstehenden Mehrkosten nötig wäre, unter der Annahme, dass das Schwein zu 100 % über den Lebensmitteleinzelhandel (LEH) vermarktet würde. Mit diesem Faktenblatt sollen interessierte Verbraucher und gesellschaftliche Gruppen für die Mehrkosten einzelner Tierwohlmaßnahmen sensibilisiert werden.

Schutz der Tiere auch in Bayern

Quelle: StMUV; 22.01.2019

Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz haben Bayern über die Feststellung jeweils eines Falls der Blauzungenkrankheit mit Auswirkungen auf den Freistaat informiert. Um die entsprechenden Betriebe in diesen beiden Ländern wurde gemäß der gesetzlichen Vorgaben eine sogenannte Restriktionszone eingerichtet, die auch grenznahe Landkreise im westlichen Unterfranken und südwestlichen Schwaben betrifft. Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber betonte dazu heute in München: Wir wollen den bestmöglichen Schutz für die Tiere. Wir stehen in intensivem Kontakt mit allen Beteiligten und beobachten die Situation genau. Die beteiligten Behörden arbeiten eng zusammen. Gleichzeitig setzen wir auf die Vernunft der Tierhalter, ihre Bestände mit den vorgesehenen Maßnahmen bestmöglich zu schützen. Die für den Vollzug zuständigen Behörden vor Ort sind informiert. Zur Abklärung weiterer Maßnahmen finden intensive Gespräche zwischen den Behörden statt. Für den Menschen ist das Virus ungefährlich.....

Seit den Ausbrüchen der Blauzungenkrankheit in Nachbarländern wie Frankreich, Österreich oder der Schweiz sind die deutschen Zuchtverbände für einen erneuten Ausbruch der Krankheit im eigenen Land sensibilisiert. Der Serotyp 8 zirkuliert in Frankreich seit August 2015. Das BMEL hat am 12. Dezember 2018 mitgeteilt, dass ein Fall der Blauzungenkrankheit dieses Serotyps in Baden-Württemberg amtlich zur Kenntnis gelangt ist. Damit ist der Freiheitsstatus Deutschlands aufgehoben. Die Verbringung von Rindern aus dem betroffenen Gebiet ist möglich, jedoch nur unter der Voraussetzung, dass die Rinder gegen den entsprechenden Serotyp geimpft oder zuvor nach den Vorgaben der EU-Verordnung untersucht worden sind.

Derzeit ist die Impfung eine probate Möglichkeit, den innerstaatlichen und innergemeinschaftlichen Handel sowie den Drittlandexport aufrecht zu erhalten. Das sollten auch Tierhalter abwägen, deren Betriebe in bisher nicht betroffenen Gebieten liegen, da eine Ausbreitung des Erregers nicht ausgeschlossen werden kann. Innerhalb der EU werden geimpfte Tiere nicht diskriminiert. Noch nicht geklärt ist, ob Kälber geimpfter Tiere zumindest innerstaatlich aus Restriktionszonen in freie Gebiete verbracht werden dürfen und ob ein solches Vorgehen mit wichtigen Abnehmerländern für Kälber in Form bilateraler Abkommen zur Anwendung kommt.

Die Branche benötigt Hilfestellung von Bund und Ländern, damit alle gemeinsam daran arbeiten, dass sich die Tierseuche nicht weiter ausbreitet und die Auswirkungen auf den Handel kalkulierbar bleiben. Deutschland war in den Jahren 2006 bis 2012 von der Blauzungenkrankheit betroffen. Seit 2012 bis Dezember 2018 galt Deutschland offiziell frei von dieser Tierseuche. Es ist davon auszugehen, dass der erneute Ausbruch den Handel im In- und Ausland in den nächsten Jahren beeinflussen wird.

Nach dem Bundestag ist die Fristverlängerung zur Ferkelkastration auch im Bundesrat beschlossen worden. Nachdem der Bundestag Ende November mehrheitlich dafür gestimmt und zudem auch noch einen beachtlichen Entschließungsantrag verabschiedet hatte, hat nun am 14. Dezember schließlich auch der Bundesrat positiv entschieden.

 

Es steht fest, dass diese zwei kurzen Jahre so intensiv wie nur irgendwie möglich dafür genutzt werden müssen praktikable Alternativen zu etablieren und dafür zu sorgen, dass diese auch als solche anerkannt werden.

In dem Merkblatt erfahren Sie mehr über die Afrikanische Schweinepest und was Reisende, Transporteure, Berufskraftfahrer, Jäger oder Saisonarbeitskräfte tun können, den Ausbruch in Deutschland zu verhindern.

Um die Behörden vor Ort bestmöglich bei deren Vorbereitungen auf den Seuchenfall zu unterstützen, wurde vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz ein neuer bayerischen Rahmenplan Afrikanische Schweinepest entwickelt.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich weiter in den Staaten Osteuropas aus und das Risiko einer Einschleppung der ASP nach Deutschland -und damit auch nach Bayern- ist weiterhin hoch. Hierbei sind Präventions- und Bekämpfungsmaßnahmen Staatsaufgabe über alle Verwaltungsebenen hinweg. Um die Behörden vor Ort bestmöglich bei deren Vorbereitungen auf den Seuchenfall zu unterstützen, wurde ein neuer bayerischen Rahmenplan Afrikanische Schweinepest entwickelt. Der Rahmenplan soll den Behörden vor Ort ein bayernweit einheitliches Vorgehen gegen die ASP ermöglichen. Der Rahmenplan bündelt dazu die notwendigen Informationen für die Vorbereitung auf einen solchen Seuchenfall und die Umsetzung von Maßnahmen zur Prävention und Bekämpfung.

Fall von Afrikanischer Schweinepest in Belgien

Heute wurde bei tot aufgefundenen Wildschweinen in Belgien im Dreiländereck Frankreich, Luxemburg, Belgien etwa 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, Afrikanische Schweinepest festgestellt. Bisher gibt es noch keinen Fall in Deutschland.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft steht in ständigem Austausch mit den belgischen Behörden und der EU-Kommission.

Dazu erklärt die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner:

Die neue Situation nehme ich sehr ernst. Die Afrikanische Schweinepest stellt seit längerem auch für Deutschland eine Bedrohung dar und unsere Vorbereitung für den Krisenfall laufen. Die rechtlichen Instrumente liegen vor, um die Afrikanische Schweinepest zu bekämpfen. Bereits im Juni habe ich ein Gesetz auf den Weg gebracht, mit dem die bestehenden Maßnahmen ergänzt werden und ein Ausbruch der ASP bei Wildschweinen noch effektiver bekämpft werden kann.

Das Gesetzesvorhaben steht kurz vor dem Abschluss. Jedoch Prävention steht an erster Stelle. Hier ist insbesondere Aufklärung gefragt, denn es sind vor allem Menschen, die einer Seuchenverbreitung Vorschub leisten, indem sie zum Beispiel Speisereste mit ASP-kontaminierten Schweinefleischerzeugnissen unachtsam entsorgen – eine Infektionsquelle für Wildschweine. Deshalb haben wir eine mehrsprachige Aufklärungskampagne gestartet. Hier informieren wir online und mit Flyern und Plakaten auch an Tank- und Rastplätzen.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft weist erneut auf die strikte Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen in den Schweine haltenden Betrieben hin und insoweit auf die Vorgaben der Schweinehaltungshygieneverordnung. Zudem werden die Jagdausübungsberechtigten aufgefordert, verendet aufgefundene Wildschweine den jeweils zuständigen Behörde anzuzeigen, um eine entsprechende Untersuchung sicherzustellen.

Hintergrund:

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine schwere Virusinfektion, die ausschließlich Schweine, also Wild- und Hausschweine, betrifft und für sie tödlich sein kann. Für den Menschen ist sie ungefährlich. ASP stellt eine große Herausforderung für die Staaten der Europäischen Union dar. Deutschland setzt bereits seit Längerem auf Prävention. Bisher hat es keine Fälle von ASP in Deutschland gegeben.

Polen ist seit mehreren Jahren stark von ASP-Ausbrüchen in der Wild- und Hausschweinepopulation betroffen. Die Verbreitung des ASP-Virus in den Großraum Warschau fand aller Wahrscheinlichkeit durch das unachtsame Entsorgen von kontaminierten Lebensmittelabfällen statt. Das ist auch eine Gefahr für das Einschleppen der Tierseuche nach Deutschland.

Gesetzentwurf zur Änderung des Tiergesundheitsgesetzes und des Bundesjagdgesetzes

Das Kabinett hat im Juni den Entwurf für eine Änderung des Tiergesundheitsgesetzes und des Bundesjagdgesetzes beschlossen, um im Fall eines Ausbruches schnell und gezielt handeln zu können. Mit Artikel 1 sollen die Ermächtigungsgrundlagen des Tiergesundheitsgesetzes erweitert werden. Dies ist notwendig, um im Ausbruchsfall weitergehende zur Tierseuchenbekämpfung erforderliche Maßnahmen vorsehen zu können.

Es handelt sich dabei insbesondere um folgende Maßnahmen:

  • Maßnahmen zur Absperrung eines von der zuständigen Behörde zu bestimmenden Gebietes, z. B. durch Umzäunung,
  • Beschränkung des Personen- oder Fahrzeugverkehrs für bestimmte Gebiete,
  • Beschränkungen und Verbote der Nutzung von landwirtschaftlichen Flächen, beispielsweise ein Ernteverbot mit dem Ziel, eine Auswanderung von Wildschweinen zu vermeiden,
  • Anordnung einer vermehrten Fallwildsuche, um die Infektionsmöglichkeiten gesunder Wildschweine zu minimieren,
  • Möglichkeit der Anordnung einer verstärkten Bejagung durch andere Personen als den Jagdausübungsberechtigten, soweit unverzügliche und wirksame Bekämpfung nicht sichergestellt ist.
Broschüre Schutz vor Tierseuchen

Neue Broschüre des BMEL erschienen:

Aktuell bedroht die Afrikanische Schweinepest (ASP) die Wild- und Hausschweinebestände Osteuropas. Um eine Einschleppung nach Deutschland zu verhindern, sind viele gefordert. Landwirte können einen wichtigen Beitrag leisten, um ihre Bestände zu schützen. Dafür ist die Biosicherheit entscheidend, vor allem Hygienemaßnahmen im Stall.

Mit dem Nachweis der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei verendeten Wildschweinen im Südosten Tschechiens hat die Seuche einen großen Sprung Richtung Westen gemacht. Die Gefahr des Eintrags des gefährlichen Erregers nach Deutschland und insbesondere nach Bayern ist so groß wie nie zuvor.

 

Tierhalter und Viehhändler sollten sich beim Umgang mit Schweinen der wachsenden Gefahr einer Verschleppung der ASP bewusst sein und Vorsichtsmaßnahmen einhalten. Dazu zählen insbesondere einfache Biosicherheitsmaßnahmen wie der Zukauf von Schweinen aus Beständen mit einem gesicherten Tiergesundheitsstatus, die Abschottung des Bestandes und der Futterlager (Fahrsilos auf dem Feld) gegenüber Wildschweinen sowie die konsequente Reinigung und Desinfektion von Fahrzeugen unmittelbar nach jedem Transport.


Ausführliche und aktuelle Informationen zur Afrikanischen Schweinepest (ASP) erhalten Sie in unserem Mitgliederbereich!

Der deutsche Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration bedarf tierschutzgerechter und praxistauglicher Verfahren, die die Schweinefleischerzeuger weiterhin vor allem im EU-Binnenmarkt wettbewerbsfähig halten. Dies forderten am 14. März 2017 in Herrieden (Mittelfranken) stufenübergreifend Vertreter aus Erzeuger- und Beratungsorganisationen, der genossenschaftlichen Vieh- und Fleischvermarktung sowie der bundesweit tätigen Schlachtunternehmen.






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