27.06.2016

Die Landwirtschaft gehört in die Mitte der Gesellschaft"

Die heimischen Landwirte sind die Garanten für eine sichere und hochwertige Lebensmittelversorgung. Mit Herzblut und Leidenschaft arbeitet der Berufsstand für das Wohl aller Menschen in der Region.


Mit Herzblut und Leidenschaft arbeitet der Berufsstand für das Wohl aller Menschen in der Region. Trotzdem stehen Landwirte immer wieder als Massentierhalter und Umweltverschmutzer in der Kritik. Das will die Initiative HeimatLandwirte ändern. Der Zusammenschluss von 85 Landwirten aus dem Raum Landshut möchte über moderne und nachhaltige Landwirtschaft aufklären und hat darum am Sonntag einen Hof-Informationstag bei der Familie Siegl in Pfarrkorfen bei Hohenthann veranstaltet. Mehrere Tausend Besucher kamen auf den Hof und informierten sich dank des vielfältigen Programms über viele Themen rund um Landwirtschaft, Lebensmittelerzeugung und Energieproduktion.

Es ist uns ein Herzensanliegen, den Menschen die heutige Landwirtschaft wieder näher zu bringen, sagte HeimatLandwirte-Sprecher Thomas Weigl bei der Eröffnung. Denn wir spüren eine zunehmende Entfremdung und Verunsicherung der Menschen bezüglich unserer Arbeit. Den HeimatLandwirten gehe es keinesfalls um nostalgische Bilderbuchidylle, sondern um ehrliche und sachliche Information, um Vorurteile abzubauen. Wir suchen den offenen Dialog mit der Bevölkerung, weil sich Landwirte und Verbraucher gegenseitig brauchen – deutlich wird das in der Regel dreimal pro Tag zu den Mahlzeiten. Wenn sich Besuchergruppen, Schulklassen oder Lehrer zusätzlich zum Hof-Informationstag auf einem Betrieb der HeimatLandwirte umsehen möchten, steht die Initiative laut Weigl gerne zur Verfügung.

Die Landwirtschaft gehört in die Mitte der Gesellschaft, sagte Bundestagsabgeordneter Florian Oßner als Festredner bei der Eröffnung. Denn in dieser Branche stecke sehr viel Knowhow, Kreativität, Innovationskraft und Verantwortungsbewusstsein für die Region. Die Produktion gesunder und guter Lebensmittel und eine nachhaltige Landwirtschaft seien auf Dauer aber nur zu gewährleisten, wenn die Landwirte für ihre Erzeugnisse einen angemessenen Preis bekommen. Die CSU mit Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt setzt alles daran, unsere Landwirte zu unterstützen, betonte Oßner. Ein großer Vorteil wäre es, einheitliche Rahmenbedingungen für alle Landwirte in der EU zu schaffen, damit die heimischen Landwirte konkurrenzfähig produzieren könnten. Wir alle sollten deutlich zeigen, dass wir an der Seite unserer Bauern stehen.

Ich unterstütze die Initiative der Heimatlandwirte und freue mich, dass der Hof-Informationstag einen weiteren Beitrag zu mehr Transparenz und Akzeptanz der Landwirtschaft in der Bevölkerung leistet, sagte Landrat Peter Dreier. Es sei heute nicht mehr selbstverständlich, dass Verbraucher über die Herkunft von Lebensmitteln Bescheid wissen. Deshalb sei es wichtig, dass die heimische Landwirtschaft mit ihrer Aufklärungsarbeit offen informiert. Das gelingt am besten bei Veranstaltungen wie dem Hof- Informationstag, wo sich interessierte Bürger direkt vor Ort ein realitätsnahes Bild der modernen Landwirtschaft machen können und zugleich den gegenseitigen Dialog finden.

Hohenthanns Bürgermeisterin Andrea Weiß nannte den Siegl-Hof einen Vorzeigebetrieb. Die HeimatLandwirte zeigen, dass für sie das Tierwohl in modernsten Ställen an erster Stelle steht. Trotzdem wolle sie nicht verschweigen, dass viele Landwirte in Hohenthann oft wegen der Nitratbelastung des Grundwassers in der Kritik stehen. Doch die Gemeinde und die Landwirte vor Ort seien auf einem guten Weg – seit 2014 als Vorreiter mit dem Pilotprojekt Landwirtschaft und Grundwasserschutz. Weiß: Eine moderne Landwirtschaft, wie wir sie heute erleben, macht uns keine Angst vor der Zukunft.

Warum das Vertrauen in die Landwirtschaft gerechtfertigt ist, erklärte zum Beispiel Dr. Franz Xaver Maidl von der Technischen Universität München (TUM) in seinem Vortrag Düngung mit Pflanzensensoren made by TUM – Ein Beitrag zur Minderung des Nitrataustrags ins Grundwasser: An der TUM wurde ein Sensorsystem entwickelt, das aus der Lichtreflexion der Pflanzen auf deren Nährstoffbedarf schließen kann. Im Einsatz wird die Düngemenge durch die gemessenen Daten in Echtzeit gesteuert. Das System berücksichtigt auch Witterungseffekte während des Jahres. So wird nirgendwo auf dem Feld zu keiner Zeit zu viel oder zu wenig gedüngt.

Die Veterinärin Dr. Elisabeth Streckel erklärte in ihrem Vortrag Modernes Gesundheitsmanagement im Schweinestall, wie durch Schutzimpfungen das Tierwohl und der Schutz der Menschen gleichzeitig unter einen Hut gebracht werden können: Schutzimpfungen halten die Tiere gesund und leistungsfähig. Vor allem reduzieren sie die Behandlung von Schweinen mit Antibiotika. Das wirkt sich auch auf die Fleischqualität und damit auf die Konsumenten aus.

Neben den Fachinformationen gab es bei dem Hof-Informationstag auch Stallführungen, eine Maschinen- und Geräteschau, einen kleinen Regionalmarkt und ein attraktives Kinderprogramm. Musikalisch umrahmt wurde der Tag vom Blasorchester Hohenthann. Zum Abschluss traten bei einem Benefizabend die Volksmusik-Jungstars Kapfhammer Buam und der Gstanzlsänger Bayerischer Hias zu Gunsten der Kinder-Palliativ-Hilfe Niederbayern und der Kinderkrebshilfe Dingolfing-Landau-Landshut auf.