Schlachthof Landshut: Standort sucht Lösungen – Gespräche mit möglichen Partnern laufen
Die Zukunft des Schlachthofs Landshut ist offen – eine Schließung ist nicht beschlossen. Vielmehr arbeitet die Erzeugergemeinschaft Südbayern (EG Südbayern) derzeit intensiv daran, tragfähige Lösungen für eine Weiterführung des Standorts zu finden. Dazu werden Gespräche mit möglichen Partnern und Unterstützern geführt, um den Schlachthof Landshut auch künftig als wichtigen Bestandteil der regionalen Wertschöpfungskette zu erhalten.
Der Standort ist für die Schweinehalter in Südbayern von zentraler Bedeutung: kurze Transportwege, hohe Tierwohlstandards, planbare Abläufe und wirtschaftliche Perspektiven für zahlreiche bäuerliche Familienbetriebe hängen unmittelbar an seiner Existenz. Entsprechend groß ist der Handlungsdruck – und ebenso groß ist die Bereitschaft der Branche, Verantwortung zu übernehmen.
Ringgemeinschaft Bayern und BBV: Impulsgeber der Lösungsfindung
Der BBV und die Ringgemeinschaft Bayern bringen sich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln in die aktuellen Prozesse ein und versteht sich dabei als aktiver Gestalter und Impulsgeber innerhalb der Branche.
Die Idee eines Bayerischen Schweinehaltungsförderungsfonds ist unmittelbar aus der aktuellen Situation heraus entstanden und wurde vom Vorsitzenden der Ringgemeinschaft Bayern, Stephan Neher, maßgeblich angestoßen.
Ziel war und ist es, der Branche ein wirksames Instrument an die Hand zu geben, mit dem regionale Schlacht- und Vermarktungsstrukturen stabilisiert und Krisen künftig besser abgefedert werden können.
Breite Unterstützung aus der Branche – insbesondere durch den BBV
Erfreulicherweise hat die Branche – allen voran der Bayerische Bauernverband (BBV) – die Vorschläge der Ringgemeinschaft sehr ernst genommen. Die Umsetzung orientiert sich dabei am bewährten Vorbild des Milchförderfonds und kann – wie dieses – ausschließlich über den Bayerischen Bauernverband (BBV) erfolgen. Der BBV trägt damit maßgeblich die Verantwortung für die konkrete Ausgestaltung und Umsetzung des Vorhabens. Hätte ein solcher Förderfonds bereits letzten Jahres bestand gehabt, hätte man kontrollierter und ruhiger nach Lösungen suchen können. Übergangskredite oder andere Begleitsmaßnahmen, die sicherstellen, dass die Eingriffe deutlich günstiger sind als die Konsequenzen. Ein solcher Förderfonds hätte nicht nur die Situation in Landshut entschärfen können, sondern würde perspektivisch die gesamte bayerische Schweinehaltung stärken.
Eine derartige gemeinschaftliche Mammutaufgabe kann nur von vielen Schultern getragen werden. mittel- und langfristig bietet er die Chance auf eine nachhaltige strukturelle Absicherung der Wertschöpfungskette.
Seit Jahren schwebt zudem die ASP-Bedrohung sowie weitere Tierseuchen wie ein Damoklesschwert über der bayerischen Schweinehaltung – ein Ausbruch kann jederzeit und überall erfolgen. Der geplante Förderfonds würde hier erstmals die Möglichkeit schaffen, handlungsfähig zu sein.
Die Ringgemeinschaft Bayern ist stolz darauf, diesen Ansatz – der auch dem Grundgedanken des Heimatversprechens entspricht – maßgeblich mit angestoßen zu haben. Entscheidend ist nun, zeitnah positive Entwicklungen in den Gesprächen zu erzielen. Die Ringgemeinschaft steht dabei Gewehr bei Fuß und unterstützt den Prozess mit ihrem gesamten Netzwerk.
Schweinehaltungsförderungsfond: Einbindung über Bayern hinaus
Der Förderfond soll aus einem kleinen Beitrag aus jedem in Bayern geschlachteten Schweines finanziert werden und dazu beitragen, die Funktionsfähigkeit der Wertschöpfungskette Schweinefleisch langfristig zu sichern. Ziel ist die Förderung der Schweinefleischerzeugung, die Unterstützung des Absatzes regionaler Erzeugnisse sowie die Stärkung regionaler Strukturen – insbesondere in Krisenzeiten.
Dabei wird bewusst über regionale Grenzen hinausgedacht:
Auch Schweine aus grenznahen Gebieten, insbesondere aus Österreich und Baden-Württemberg, sollen in mögliche Konzepte einbezogen werden, um Auslastung, Planungssicherheit und Wirtschaftlichkeit weiter zu verbessern.
Die Ringgemeinschaft Bayern wird aktiv daran mitwirken, dass der Fond gegründet und zügig arbeitsfähig wird.
Die Ringgemeinschaft Bayern begleitet diesen Prozess mit Nachdruck und Engagement. Jetzt kommt es darauf an, den gemeinsamen Willen zügig in konkrete und tragfähige Strukturen zu überführen – im Interesse der Landwirte, der Tiere und der gesamten bayerischen Schweinehaltung.
Auswählen