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Blauzungenkrankheit: Aktuelle Lage & wichtige Empfehlungen für Tierhalter

Die Blauzungenkrankheit bleibt auch im Frühjahr 2026 eine Herausforderung für Rinder-, Schaf- und Ziegenhalter. Im Folgenden erhalten Sie einen kompakten Überblick über die aktuelle Lage und die wichtigsten Handlungsempfehlungen.

1. Aktuelle Seuchenlage in Deutschland

Im Februar 2026 wurden bundesweit rund 87 neue Fälle gemeldet – insbesondere in Süddeutschland. Die Krankheit wird weiterhin vor allem durch BTV‑3 verursacht, gleichzeitig breitet sich BTV‑8 wieder stärker aus.

BTV‑3: Trend rückläufig

Im Gnitzenjahr 2025/26 zeigt sich erstmals ein deutlicher Rückgang der BTV‑3‑Nachweise. Grund hierfür sind natürliche Durchseuchung und breite Impfmaßnahmen.

BTV‑8: Zwei Stämme in Deutschland aktiv

Seit Herbst 2025 treten verstärkt BTV‑8‑Fälle auf – verursacht durch:

  • BTV8‑FRA2015 (mildere Ausprägung)
  • BTV8‑FRA2023 (stärkere klinische Symptome)
    Beide Varianten wurden u. a. in Bayern, Baden‑Württemberg, Hessen und Rheinland‑Pfalz nachgewiesen.

2. Lage in Bayern

Bayern ist weiterhin ein Schwerpunktgebiet:

  • BTV‑3 breitete sich seit 2024 stark aus.
  • BTV‑8 wurde seit Oktober 2025 mehrfach bestätigt, u. a. im Berchtesgadener Land, in Traunstein und Lindau.

Für BTV‑3 bestehen keine innerdeutschen Verkehrsbeschränkungen mehr.
Für BTV‑8 gelten weiterhin klare Vorgaben beim Verbringen in BTV‑freie Regionen.

3. Impfempfehlungen – jetzt aktiv werden!

Warum impfen?

Die Impfung bleibt der wirksamste Schutz vor Krankheitsausbrüchen und wirtschaftlichen Verlusten.
Wichtig: Zwischen BTV‑3 und BTV‑8 besteht keine Kreuzimmunität. Es müssen jeweils spezifische Impfstoffe eingesetzt werden.

Impfstoffverfügbarkeit (Stand März 2026)

  • BTV‑3-Impfstoff: gut verfügbar
  • BTV‑8-Impfstoff: regional teils deutliche Engpässe, Priorität in Süddeutschland

Das Bundesministerium empfiehlt, die Grundimmunisierung spätestens bis Ende April 2026 abzuschließen, bevor die Gnitzenpopulation stark zunimmt.

4. Weitere Serotypen in Europa

Neben den in Deutschland dominierenden Serotypen BTV‑3 und BTV‑8 sind in Europa weitere Varianten präsent:

  • BTV‑4: Nachweise in Österreich
  • BTV‑12: Erste Fälle 2024 in den Niederlanden
  • BTV‑5: Einzelfall in Sardinien (2025)

Dies zeigt: Die epidemiologische Lage bleibt dynamisch.

5. EU-Seuchenrecht ändert sich ab Juli 2026

Ab 15. Juli 2026 stuft die EU die Blauzungenkrankheit von C + D + E auf D + E herab.
→ Das bedeutet voraussichtlich weniger bürokratische Hürden beim innergemeinschaftlichen Tierverkehr.
Die konkreten Auswirkungen werden derzeit noch bewertet.

Fazit

  • Die Seuchenlage bleibt ernst, besonders in Süddeutschland.
  • BTV‑3-Fälle nehmen ab; BTV‑8 gewinnt wieder an Bedeutung.
  • Impfstoffe gegen BTV‑8 bleiben knapp – frühzeitige Planung ist entscheidend.
  • Impfungen sollten bis Ende April 2026 abgeschlossen sein.
  • Weitere Serotypen in Europa erfordern erhöhte Wachsamkeit.
  • Die EU‑Herabstufung ab Juli 2026 könnte langfristig Erleichterungen bringen.