Veranstaltungen

In diesem Bereich erhalten Sie Hinweise auf anstehende Veranstaltungen der Ringgemeinschaft.




Arbeitstagung Beilngries

Unsere Arbeitstagung findet in diesem Jahr von 01.-02. März statt.


Programm Beilngries 2012


Studienfahrt nach Spanien

Auch in 2012 haben wir für Sie wieder eine interessante Studienfahrt zusammengestellt, diesmal mit dem Reiseziel Spanien. Begleiten Sie uns von
10. bis 16. Juni auf eine 7-tägige Reise nach Kastilien und Katalonien. Der Abflug ist von München nach Madrid, der Rückflug von Barcelona nach München geplant.

 

Wir konnten mit dem Reisebüro attraktive Konditionen vereinbaren, die jedoch nur kurze Zeit gültig sind. Zudem sind die Teilnehmerplätze begrenzt. Wir bitten deshalb um eine verbindliche Reisereservierung bis spätestens 27. Februar 2012. Der Reisepreis hängt von der Teilnehmerzahl ab und bewegt sich zwischen 995,- bis 1.095,- € zzgl. der obligatorischen Gebühren und Steuern in Höhe von 120 €. Der Einzelzimmerzuschlag beträgt 178 €.

 

Bitte denken Sie daran Ihren Personalausweis oder Reisepass auf Gültigkeit zu überprüfen.

 

Wir hoffen, dass Ihnen unsere ausgearbeitete Reise nach Spanien gefällt und würden uns über eine Reservierung freuen.

 

Für genauere Informationen oder offenen Fragen können Sie sich auch telefonisch unter der 089/535881 in unserer Geschäftsstelle erkundigen.


Programm Studienfahrt 2012


Rinderfachtagung


Die letzte Rinderfachtagung fand am 13. Dezember 2011 in Weichering statt.

 

Im Folgenden können Sie sich die Vorträge herunterladen:



Dr. Rehm BStMUG BHV-1


Müller Perspektiven Der Süddeutschen Rindervermarktung


Franz Freiberger Vergleich Von Stallsystemen In Der Bullenmast


Prof. Dr. F.J. Schwarz Spurenelemente

 


Schweinefachtagung

 

Die vergangene Schweinefachtagung fand am 08. November 2011 im Gasthaus Kunigundenruh in Litzdendorf statt.

 

Im Folgenden erhalten Sie die Referatsunterlagen:


Karin Spemann - Ebermast - Grundlagen und aktueller Stand der Forschungsbemühungen


Anna Fecke - Praxisbericht Ebermast


Dr. Roger Busch - Unsere Schweinehalter versteht ja doch keiner! - Wie man von der Anklagebank in einen guten Dialog kommt


Christian Kagerer - GQ Schwein - Grundlagen und Anforderungen für Ferkelerzeuger und Mäster

 

 


Studienfahrt Kanada

Unsere diesjährige Studienfahrt führte uns nach Ontario, Kanada von 30.05.-10.06.2011

 

Auch im kommenden Frühjahr werden wir wieder eine Studienfahrt organisieren. Bei Interesse oder Anregungen können Sie sich gerne bei uns melden.


Reisebericht zur Studienfahrt 2011 der Ringgemeinschaft Bayern nach Ontario, Kanada

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Montag, den 30. Mai 2011

Die 21 köpfige Reisegruppe traf sich am Morgen des 30. Mai 2011 am Flughafen in München zur gemeinsamen Abreise. Leider musste Herr Dr. Zierer krankheitsbedingt sehr kurzfristig die Teilnahme an der Studienfahrt absagen. Aufgrund starken Nebels verzögerte sich der Start unserer Maschine am frühen Morgen in Toronto und somit auch der Rückflug von München um 2 Stunden welche wir bei strahlendem Sonnenschein im Flughafenbiergarten verbrachten. Der eigentliche Flug mit Air Canada verlief reibungslos, lediglich die Einwanderungsbehörde in Toronto hatte an einige Mitglieder unserer Reisegruppe detaillierte Fragen, was unsere Weiterfahrt per Bus zum Hotel nach Kitchener zusätzlich verzögerte. Nach Bezug der Zimmer endete der erste Tag unserer Reise mit einem gemeinsamen Abendessen zusammen mit unserem Reiseleiter Franklin Kains bei Roastbeef, Ceasar Salad, Bier und Wein im Walper Hotel.


 


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Dienstag, den 31. Mai 2011

Wir verließen zusammen mit unserem Reiseführer Franklin Kains und der Übersetzerin Helga Hunter das Hotel Richtung Süden um eine Besamungsstation zu besichtigen. Auf dem Weg nach Springfield, Ontario erläuterte uns Franklin Kains Besonderheiten über das Gebiet Waterloo. Speziell in diesem Frühjahr hatte ganz Ontario mit sehr hohen Niederschlägen zu kämpfen. Dadurch verzögerte sich die Aussaat von Mais und Sojabohnen um ca. 3 -4 Wochen, so dass momentan erst 1/3 der Fläche eingesät werden konnte. Die ursprüngliche Betriebsgröße der Landwirte im Gebiet Waterloo lag bei 100 Acre was in etwa 40 ha entspricht. Aufgrund der großen Anzahl von Mennoniten, welche keine Ackerflächen verkaufen, hat sich die Betriebsgröße hier nicht sehr stark verändert. Weiter südlich Richtung London liegt die durchschnittliche Betriebsgröße bei ca. 150 ha Ackerbau.

Vor allem die Schweineindustrie hat in den vergangenen 5 Jahren eine sehr schwere Zeit durchlebt. Die kanadische Schweineindustrie hängt sehr stark am Export in die USA. Aufgrund eines starken kanadischen Dollars und entsprechend niedrigen Schlachtschweinepreisen haben sich die Schweinebestände in den vergangenen Jahren um 20 Prozent reduziert. Seit Beginn des Jahres ist die wirtschaftliche Lage wieder besser. Die Schlachtschweinepreise sind von 1,29 $ auf 1,80 $ angestiegen. In ganz Kanada werden ca. 15 Mio Schweine pro Jahr geschlachtet. Ontario trägt hierzu mit ca. 4-5 Mio Mastschweinen bei. Etwa 80 % der Schweinebetriebe in Ontario sind mittlerweile in Holländischer Hand.



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Total Swine Genetics

Der Geschäftsführer Stuart DeVries der Besamungsstation Total Swine Genetics stellte sein Unternehmen als die größte und führende Station in Ontario mit der weltweit größten Duroc-Reinzucht-Population vor. In der Station stehen ca. 500 Duroc-Eber und ca. 100 Eber der Rassen Landrace und Yorkshire. Der größte Teil der Eber stammt von der Firma Hypor, aber auch von ToPigs, Alliance Genetics und Fast Genetics sind Eber untergebracht.

Als Besonderheit führte uns Herr DeVries seine Filteranlage vor. Diese 3-Stufige Anlage garantiert der Besamungsstation die PRRS-Freiheit auch in Gebieten mit starker Schweinedichte. Im Gegensatz zu deutschen Besamungsstationen werden die Eber in Kanada in einfachen Kastenständen auf Vollspaltenböden gehalten. In Kanada ist der Duroc-Eber als Vaterrasse klar die Nummer eins. Ansonsten haben lediglich noch Hampshire-Duroc-Kreuzungseber eine Bedeutung. Die Rasse Pietrain spielt in Kanada keine Rolle, da man in Kanada besonderen Wert auf den intramuskulären Fettgehalt legt und nicht auf die reine Muskelfülle.



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Robert Bechtel – beef farmer – Baden

In ungläubiges Staunen versetzte unsere Gruppe der nächste Betrieb. Der Besitzer Bob Bechtel gehört zu den Urgesteinen der Beef Farmer in Ontario. Böse Zungen würden jetzt behaupten, dass sein Betrieb auch genauso aussah. Am Standort in Baden hat Herr Bechtel Platz für 400 Mastochsen bzw. momentan Mastfärsen. In Kanada wird die Ochsen- der Bullenmast aufgrund besserer Fleischqualität vorgezogen. Die Tiere sind gegenwärtig zu Forschungszwecken in 8er Gruppen aufgestallt. Normalerweise sind die Ställe jedoch nicht durch Gitter in Gruppen abgetrennt. Herr Bechtel bezieht die Kälber aus Westkanada. Nach ca. 3.000 bis 4.000 km und bis zu 38 Stunden Transport erhalten die Tiere beim Einstallen in den Mastbetrieb einen Hormonchip (Ochsen erhalten Östrogen; Färsen erhalten Testosteron). Dadurch erreicht man ca. 9 % höhere Tageszunahmen und eine um ca. 11 % bessere Futterverwertung. Zusätzlich zu seinem Betrieb in Baden ist Herr Bechtel auch noch an einem Ochsenmastbetrieb in Kansas mit 38.000 Tieren beteiligt. Als weiteres Standbein hat Herr Bechtel im Jahr 1972 eine Kompostieranlage errichtet und diese bis heute immer weiter ausgebaut. Der Mist aus den Ochsenställen wird per Radlader in eine Halle gefahren, und mittels einer Fräse mit Maisstroh vermischt. Das Endprodukt kann dann als wertvoller Dünger an Gartenbaubetriebe verkauft werden.



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Mittwoch, den 01. Juni 2011

Fritz Wagner, Breslau

Am dritten Reisetag besuchten wir einen deutschen Auswanderer der sich in Ontario mittlerweile als Ackerbauer etabliert hat. Nach seinem Studium in Triesdorf und erster Berufserfahrung in Deutschland erwarb Fritz Wagner 1974 einen Betrieb mit ca. 60 ha Ackerland in Ontario. Mittlerweile bewirtschaftet er mit einem seiner vier Söhne mehr als 600 ha. Der Betrieb liegt auf dem gleichen Breitengrad wie Florenz auf etwa 300 m über dem Meer bei ca. 600 mm Jahresniederschlag. Die durchschnittliche Jahrestemperatur ist dank der großen Seen mit Zentraleuropa vergleichbar. Der durchschnittliche Ertrag für Weizen liegt bei ca. 70 dt.

Er erklärte uns, dass sich die Preise für Ackerfrüchte nach der Börse in Chicago richten. Zwischen den USA und Kanada herrscht hierbei ein offener Markt. Allerdings erhalten die amerikanischen Kollegen im Gegensatz zu den kanadischen Staatszuschüsse. Das Jahr 2010 zählt zu den ertragreichsten Jahren, die er in seiner Zeit in Nordamerika erlebt hat. Und auch in 2011 rechnet er mit hohen Getreidepreisen und guten Erträgen. Seine Fruchtfolge besteht im Wesentlichen aus Körnermais, Sojabohnen und Winterweizen. Die Sojabohnen werden in der Regel im Frühjahr ohne Bodenbearbeitung in die Maisstoppel eingesät. Nach den Sojabohnen wird wiederum Weizen direkt in den abgeernteten Sojabohnenbestand eingesät.

Herr Wagner engagierte sich in den vergangenen Jahren sehr stark in landwirtschaftlichen Organisationen. Mittlerweile ist er im Vorstand der Vertretung für Weizen-, Mais- und Sojabohnenbauern die sich erst kürzlich zusammengeschlossen hat.

Dass der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen in Deutschland so verpönt ist, versteht er nicht. Aus seiner Sicht kann er nur von Vorteilen berichten. Der Bedarf an Insektiziden zur Bekämpfung des Maiszünslers ist seitdem enorm zurückgegangen. Heute werden Insektizide lediglich noch in der Beize verwendet. Um Resistenzen zu vermeiden sind Anbaufenster mit konventionellem Mais auf ca. 10 % der Fläche vorgeschrieben. Neue Maissorten erhält er schon ab Werk vorgemischt  (GVO+NonGVO). Durch den Einsatz von GVO-Sojabohnen konnte der Herbizideinsatz um 2/3 reduziert werden. Auch das Argument der Abhängigkeit von wenigen Saatgutkonzernen lässt er nicht gelten. Er ist der Meinung, dass diese Firmen zu Recht eine Lizenzgebühr erhalten, da sie seinem Betrieb durch das Saatgut ökonomische Vorteile (weniger Aufwand, höherer Ertrag) verschaffen. Herr Wagner berichtet, dass Kanada keinerlei Probleme beim Export von gentechnisch veränderten Mais oder Soja hat, da die EU weltweit nur einen kleinen Absatzmarkt darstellt. Zudem könne eine gentechnische Veränderung bei Sojaöl nicht mehr festgestellt werden. Allerdings räumt er ein, dass er auf seinen Betrieb nur NonGVO-Soja anbaut, da er hierfür einen lukrativen Absatzmarkt in Japan gefunden hat. Zusammenfassend schätzt er seine Freiheit in Kanada, welche ihn jedoch auch dem teilweise brutalen Weltmarkt aussetzt.



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Wilfred Strenzke – dairy farmer – Maryhill

Auch im nächsten Betrieb konnten wir uns in Deutsch verständigen. Herr Strenzke war vor 60 Jahren von Deutschland nach Kanada ausgewandert. Mittlerweile hat er den Milchviehbetrieb an seinen Sohn übergeben. Dieser hat im Jahr 2000 einen neuen Stall für 110 Milchkühe im Laufstall mit doppel-8er Melkstand gebaut. Die durchschnittliche Milchleistung der Holstein-Kühe liegt bei 10.000 Liter. Der Betrieb bewirtschaftet insgesamt 300 ha. Davon werden 100 ha als Futtergrundlage für das Milchvieh benötigt, auf den restlichen 200 ha werden Winterweizen, Körnermais und Sojabohnen angebaut. Der Betrieb bewirtschaftet kein Grünland, sondern nimmt jeweils für 3 Jahre Luzerne in die Fruchtfolge auf. Da die Milchproduktion in Kanada dem Quotensystem unterliegt musste der Betrieb im Zuge des Neubaus eine Milchquote für 18.000 $ pro Kuh kaufen. Mittlerweile liegt der Quotenpreis bei gedeckelten 26.000 $. Für einen Liter Milch erhält Herr Strenzke 0,75 $, Überlieferungen werden nicht bezahlt. Der Schlachtpreis für eine 800 kg Kuh liegt derzeit bei ca. 1.000 $, männliche Kälber werden für 50 $ an den Nachbarn verkauft, der diese mästet. Der Betrieb wird überwiegend von der Familie und einer Fremd-AK bewirtschaftet. Herr Strenzke plant die Umstellung auf 3 maliges Melken pro Tag und verspricht sich dadurch eine 10-12 % höhere Milchleistung. Die Melkzeiten finden dann um 05.00 Uhr, 13.00 Uhr und um 21.00 Uhr statt. Ein Melkgang dauert ca. 2 Stunden.



Martins Apple Farm, St. Jacobs

Den Abschluss des dritten Tages der Studienfahrt bildete eine Besichtigung der Apfel-Sortieranlage der Martins Apple Farm. Die Familie Martin betreibt seit 1820 Landwirtschaft in Kanada. Auf Vorschlag eines jugoslawischen Austauschstudenten pflanzte Herr Leighton Martin 1971 die ersten Apfelbäume und stellte schnell fest, dass das Klima am Eriesee perfekt für den Anbau geeignet ist. Mittlerweile baut Familie Martin Obst und Gemüse auf insgesamt 700 Acre an, sortiert und verpackt Äpfel in der eigenen Fabrik. Die Belieferung der Kunden erfolgt weltweit zum Teil durch ein eigenes Logistikunternehmen. Seit ca. 5 Jahren konzentriert sich das Unternehmen vermehrt auf den Absatz in der Region z.B. auf dem bekannten St. Jacobs Farmers Market oder im eigenen Laden auf dem Betriebsgelände. Herr Martin betonte, dass Regionalität in Kanada eine immer größere Rolle spielt, im Gegensatz zur Bioproduktion. Durch den regionalen Absatzmarkt konnte das Unternehmen in jüngerer Vergangenheit sein Überleben sichern. Noch vor 7 Jahren war die weitere Entwicklung sehr fragwürdig. Mittlerweile ist man dabei den Betrieb deutlich zu vergrößern.

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Donnerstag, den 02. Juni 2011

Conestoga Packers – Breslau – Pig slaugther house

Der Schlachthof der Conestoga Packers ist ein genossenschaftlicher Schlachthof der seit Gründung 1982 mittlerweile von 150 Betrieben aus Süd-West Ontario beliefert wird. Die Lieferbetriebe sind Mitglieder der Genossenschaft und haben eine 100 %ige Andienungspflicht. Der letzte Bauabschnitt wurde 2003 fertiggestellt und erlaubt den 300 Angestellten eine Schlachtkapazität von 14.000 Schweinen pro Woche. Dies entspricht einer Schlachtbandgeschwindigkeit von ca. 400 Schweinen pro Stunde. Die Auslieferung der zerlegten Teilstücke wird durch eine firmeneigene LKW-Flotte sichergestellt. Geschäftsführer Frank Wood und Vorstandsvorsitzender Bob Hunsberger führten uns durch die Anlage und standen unseren Fragen bereitwillig Rede und Antwort.



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Im Anschluss an den Besuch des Schlachthofes erfolgte eine kurze Tour durch das Gebiet der Mennoniten. Franklin Kains erläuterte uns die wichtigsten Grundsätze der mennonitischen Lebensgemeinschaft.

Die Geschichte der Mennoniten wurzelt in der Täuferbewegung, die um 1525 in Zürich im Umfeld der Schweizer Reformation entstand. Von Zürich aus verbreitete sich diese Bewegung und auch in Süddeutschland entstanden erste Täufergemeinden. Die Täufer forderten ein Leben in der Nachfolge Jesu und sahen wie die Reformatoren Luther und Zwingli die Bibel als entscheidende Quelle des christlichen Glaubens. Sie übten Kritik am Zustand der etablierten Kirche und solidarisierten sich beispielsweise mit den Forderungen der aufständischen Bauern nach eigener Pfarrerwahl. Anders als Luther und Zwingli kamen sie jedoch zu der Erkenntnis, dass die Taufe ausschließlich dann praktiziert werden sollte, wenn die zu Taufenden sich bewusst für den Glauben entscheiden (Gläubigentaufe). Dies lehnten sowohl die Katholische Kirche als auch die lutherischen und reformierten Reformatoren ab, die weiter an der Kindertaufe festhielten. Sowohl die Regierenden als auch die großen Kirchen sahen in den Täufern eine Gefahr für die Autorität von Staat und Kirche. Viele der Täuferführer wurden später wegen ihres Glaubens ermordet. Im Jahr 1529 wurde schließlich das Wiedertäufermandat beschlossen, das reichsweit die Todesstrafe für die Täufer festsetzte. Sie waren daher unter den ersten Deutschen, die nach Nordamerika auswanderten, wo bis heute die meisten Mennoniten leben. Viele Pfälzer Mennoniten ließen sich in Pennsylvania nieder, wo sie 1683 mit anderen deutschen Auswanderern den Ort Germantown gründeten. Ein großer Teil von ihnen spricht auch heute noch Pennsylvania Dutch.
Wesentliche Merkmale der Mennoniten sind die Gläubigentaufe, die Ablehnung des Eides und des Militärdienstes, die Gemeindeautonomie, das Priestertum aller Gläubigen und die Forderung nach der Trennung von Staat und Kirche. Entscheidend für Glauben und Leben ist die Bibel. In früheren Jahren, als viele Menschen noch Analphabeten waren, konnten viele Mennoniten große Teile der Bibel auswendig.

Die Gemeinde ist demokratisch verfasst. Entscheidungen werden von der Gemeindeversammlung getroffen. Aus ihrer Mitte werden auch die Ältesten, die Prediger oder Pastoren und die Diakone gewählt. Finanziert werden die Gemeinden ausschließlich über freiwillige Spenden und Mitgliederbeiträge.

Die Tour endete mit einem Mittagessen bei der mennonitischen Familie von Esther Weber.



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Wallenstein Feed & Supply

Neben seiner Position als Vorstandsvorsitzender bei Conestoga Packers ist Herr Bob Hunsberger auch Vorstand der Wallenstein Feed & Supply. Das Futtermittelwerk produziert Fertigfutter seit 1963. In zwei Bauabschnitten 1988 und 2000 wurde die Produktionskapazität seitdem deutlich ausgebaut. Insgesamt können am Standort 10.000 t Futtermittel pro Woche hergestellt werden. Das Futter teilt sich auf in 80 % Geflügel-, 17 % Schweine- und 3 % Rinderfutter. Durch den Ankauf eines weiteren Werkes in der Region konnte man auch im Bereich der Mineralfutterherstellung wachsen. Die Produktionskapazität verteilt sich hier auf 1 % Geflügel-, 51 % Schweine- und 38 % Rindermineralfutter. Die Firma Wallenstein Feed & Supply beschäftigt insgesamt 150 Personen. Darunter sind ca. 50 LKW-Fahrer für die firmeneigenen 42 Trucks. Die größten Trucks können 42 t Futter zuladen (10 t pro Achse) und weisen ein Leergewicht von 20 t auf. Das Futter besteht zum überwiegenden Teil aus Mais, wenig Weizen und Gerste sowie Beiprodukte aus der Ethanolproduktion, Kleie, Raps, Bäckereinebenprodukte und Feder-/Fleisch-/Blutmehl. Die Preise für Mastschweinefutter liegen bei etwa 346 $/t (= ca. 250 €).



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Freitag, den 03. Juni 2011

Am fünften Tag unserer Lehrfahrt widmeten wir uns zuerst ganz der Forschung. Wir besuchten den Versuchsschweinestall der Universität Guelph und erhielten dort eine Führung von Prof. Friendship. Neben Versuchen zu Fütterung, Fütterungstechnik, Medikamentierung und Immunokastration werden in der Einrichtung Versuche zu Gruppenhaltung von Sauen durchgeführt. Der Versuchsbetrieb arbeitet mit reinrassigen Yorkshire-Sauen. Alle Jungsauen werden mit betriebseigenen Ebern gedeckt, Altsauen werden besamt. Der Betrieb produziert im 1-Wochen-Rhythmus und 21 Tagen Säugezeit. Die Leistung der Sauen liegt bei 12,6 lebend geborenen und 10,5 aufgezogenen Ferkeln pro Wurf. Die Absetzgewichte betragen im Durchschnitt zwischen 7,5 bis 8 kg. Durch die Umstellung auf ad-libitum-Fütterung ab dem 5. Tag nach dem Abferkeln konnte die Leistung der Sauen deutlich gesteigert werden.

Als Besonderheit an der Versuchsanstalt gelten die Enviropigs (Umweltschweine). Diese wurden gentechnisch modifiziert und produzieren in der Schilddrüse eigenständig Phytase. Dies soll helfen, den Einsatz von Phosphor im Futter und damit auch die Phosphorausscheidungen und Einträge in die Umwelt zu reduzieren. Da diese Umweltschweine jedoch nicht zugelassen sind, müssen diese strengstens getrennt vom restlichen Sauenbestand gehalten werden. Es muss vermieden werden, dass Fleisch dieser Tiere in die Lebensmittelkette gelangt. Deshalb müssen die Forscher die Tiere am Betrieb euthanisieren und anschließend zur Verrottung kompostieren.



Nach einem weiteren sehr schmackhaften Mittagessen in einem von Mennoniten betriebenen Restaurant informierte uns Herr Prof. Boecker über die Landwirtschaft in Ontario. Herr Prof. Boecker stammt aus Deutschland und lehrt seit 4 Jahren Marketing an der Universität Guelph. Die Universität Guelph ist mit 20.000 Studenten die bedeutendste landwirtschaftliche Universität in Ostkanada.

Die einzelnen Provinzen in Kanada können die Agrarpolitik sehr selbstständig gestalten. So fördert z.B. Quebec einige Produkte, welche die restlichen Provinzen nicht bezuschussen. 1971 entstand daraus der sogenannte Hähnchen- und Eierkrieg zwischen Ontario und Quebec. Kanada hat ein Freihandelsabkommen mit den USA abgeschlossen, welches jedoch die im Quotensystem befindlichen Produkte ausschließt.

In Ontario werden 5,5 Mio ha landwirtschaftliche Betriebsfläche bewirtschaftet. Die Landwirtschaft trägt mit 2 % ca. 9,5 Mrd. $ zum Bruttosozialprodukt bei. Die wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte sind Milch, Gemüse, Sojabohnen sowie Fleisch. Rind- und Geflügelfleisch haben eine deutlich stärkere Stellung als Schweinefleisch.

Seit 1966 werden die wichtigsten Produkte durch ein Quotensystem gestützt. Darunter fallen Milch, Geflügelfleisch, Eier und Tabak. Quotenprodukte werden nicht zwischen den Provinzen gehandelt. Auf Milch gibt es Einfuhrzölle in Höhe von 380 % was zusammen mit dem durch das Quotensystem gestützten und jährlich festgelegten Milchpreis dazu führt, dass Milch in Kanada doppelt so teuer ist wie in den USA. Aus diesem Grund versucht die Industrie Milch durch Pflanzenfette zu substituieren z.B. in Iced Desserts. Aufgrund der durch das Quotensystem abgesicherten Einkommensquelle stiegen die Preise für Milchquoten auf 35.000 $ pro Kuh, wurde jedoch mittlerweile auf max. 25.000 $ begrenzt. Die Quote bremst allerdings oftmals das betriebliche Wachstum. So verkauften einige Landwirte ihre Betriebe mitsamt Quote und bauten sich einen deutlich größeren Betrieb in den USA auf.



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Ontario Pork

Die genossenschaftliche Organisation Ontario Pork wurde 1946 von den Schweineproduzenten in Ontario gegründet und stellte bis vor kurzem die einzige Möglichkeit dar, Mastschweine zu vermarkten. Seit Dezember 2010 wurde jedoch der Markt liberalisiert, da die Schweinefleischproduzenten mehr Wahlfreiheit in der Vermarktung haben wollten. Bei Ontario Pork sind insgesamt 27 Angestellte beschäftigt. 20 Mitarbeiter sind für die angebotenen Dienstleistungen verantwortlich, 7 Mitarbeiter für die Vermarktung und Abrechnung der Mastschweine. Derzeit gibt es in Ontario ca. 2.000 Schweineproduzenten die ca. 4,5 Mio Mastschweine erzeugen (1979 20.000 Betriebe). In der gesamten Schweinefleischindustrie sind 32.000 Personen beschäftigt, die für einen Umsatz von 4,5 Milliarden $ sorgen. Nach Manitoba ist Ontario zweitgrößter Schweineproduzent in Kanada. 98 % der Betriebe in Ontario sind Familienbetriebe. Die Grundlage für Preisbildung der Schlachtschweine in Kanada bildet die Börse in Chicago. Der durchschnittliche Preis pro kg Schlachtgewicht betrug 2010 1,40 $ (+0,23 $ im Vergleich zu 2009). Die durchschnittlichen Produktionskosten liegen bei 1,46 $/kg. 92,6 % der in Ontario erzeugten Schweine wurden auch in Ontario geschlachtet. Der Anteil Ontarios am Nordamerikanischen Schweinefleischmarkt beträgt 3,5 %. Die USA (31 %) und Japan (21 %) sind die Hauptabsatzmärkte für kanadisches Schweinefleisch. Russland, Mexiko und Hong Kong sind weitere wichtige Abnahmeländer.

Die Schweineproduktion in Kanada ist in zwei Zonen (West/Ost) aufgeteilt, um auch bei einem Seuchenausbruch in einer der Zonen noch lieferfähig zu bleiben. Im Inland wurde für Schweinefleisch ein sehr gutes Marketing aufgebaut, weltweit besteht jedoch noch Nachholbedarf. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Schweinefleisch in Kanada liegt mit 26 kg, um 21 kg unter dem Durchschnitt von Europa.



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Einen Höhepunkt unserer Reise bildete der Besuch einer Trabrennbahn auf Anregung unseres Busfahrers. Homer Martin ist neben seiner Tätigkeit als Busfahrer auch noch Landwirt und Pferdezüchter. Zur Zeit hat er 3 Rennpferde im Beritt und zufälligerweise fand an diesem Freitag ein Sulky-Rennen mit einem seiner Pferde auf einer Trabrennbahn in der näheren Umgebung von Kitchener statt.



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Samstag, 04. Juni 2011

Nachdem an den bisherigen Tagen ein straffes Fachprogramm stattgefunden hat, war das Wochenende etwas mehr touristisch geprägt. Im Rahmen einer Kutschfahrt begab sich die Gruppe auf eine Mennonitenfarm und besichtigte eine Ahornsirupproduktionsanlage. Die Familie von Matthew Martin produziert seit 1920 die kanadische Spezialität. Im Jahr 2009 konnte die Rekordmenge von 1.400 Gallonen Maple Syrup aus den Zucker-Ahorn-Bäumen gewonnen werden was in etwa 5.300 Litern entspricht. In normalen Jahren werden 1.000 Gallonen Ertrag erwartet. Die Herstellung von Ahornsirup wurde von den Indianervölkern im Nordosten Nordamerikas erfunden. Von Ende Februar bis April, sobald eine längerer Sonnenscheindauer tagsüber schon für höhere Temperaturen sorgt, nachts aber noch Frost herrscht, beginnen die Bäume, in den Wurzeln gespeicherte Nährstoffe in die Knospen zu transportieren. Durch Anbohren der äußeren Rinde des Stammes kann ein Teil des Pflanzensaftes entnommen werden, ohne dem Baum bedeutenden Schaden zuzufügen. Für einen Liter Ahornsirup werden etwa 30 bis 50 Liter Saft benötigt, die ein einzelner Baum in etwa zwei Wochen hervorbringen kann. Erst ab einem Alter von 40 Jahren eignen sich die Bäume zum Anzapfen. Ahornsirup ist ein typischer Bestandteil der nordamerikanischen Küche und wird zu Waffeln, Pancakes, Eiscreme oder anderen Desserts gereicht.



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Im Anschluss an die Kutschfahrt und den Besuch der Ahornfarm stand nach überstandenem Unwetter ein Besuch des berühmten St. Jacobs Farmers Market an. Der Bauernmarkt nördlich von Kitchener ist Kanadas größter Markt der das ganze Jahr über geöffnet ist. Markttage sind Donnerstag und Samstag, im Sommer auch noch dienstags, egal ob es regnet, schneit oder die Sonne scheint. Hunderte von Händlern bieten sowohl drinnen als auch im Außenbereich ihre Waren wie z.B. Obst, Gemüse, Fleisch, Käse, Gebäck und vieles mehr an. Direkt an die Verkaufsstände schließt sich eine große Viehvermarktungshalle an, in der jeden Donnerstag tausende von Rindern, aber auch Pferde versteigert werden.

Nachdem sich das Wetter stark gebessert hatte, stand der geplanten Kanu-Tour nichts mehr im Wege. Die Gruppe wurde in 2er bzw. 3er Gruppen aufgeteilt in Kanus gesteckt und in die tosenden Fluten des Grand River entlassen. Nur ca. 1,5 Stunden später erreichten wir unser Ziel und verbrachten den Abend mit Grillen und Lagerfeuer auf dem Anwesen von Franklin Kains.



Sonntag, den 05. Juni 2011

Der Sonntag sollte weiter im Zeichen der touristischen Fortbildung stehen. Nach einem Besuch eines der berühmten und in Kanada äußerst beliebten Tim Hortons Schnellrestaurants begaben wir uns weiter nördlich zum Ferienhaus von unserer Übersetzerin Helga Hunter. Das Ferienhaus liegt in einem Indianerreservat in der Nähe von Southampton beinahe direkt am Huronsee. Dort konnte man am Sandstrand die endlosen Weiten der großen Seen bestaunen und bei ca. 8 °C die Qualität des Süßwassers testen. Nach einem ausgiebigen Mittagessen bestehend aus nordamerikanischen Spezialitäten führte uns Helga Hunter noch etwas weiter nördlich zum Bruce Trail nach Wiarton. Der Bruce Trail ist der älteste und längste durchgehende Wanderweg in Kanada. Er verläuft von Niagara-on-the-Lake, nach Tobermory am Nordende der Bruce-Halbinsel in Ontario. Sein Hauptweg erstreckt sich über mehr als 885 km. Die Gruppe folgte dem Wanderweg jedoch nur einige Kilometer um zum Georgian Bay zu gelangen und dort eine traumhafte Aussicht zu genießen.



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Montag, den 06. Juni 2011

Die zweite Woche unserer Studienfahrt begannen wir mit dem Besuch eines Schweinezuchtbetriebes. Da der Betrieb auf sehr strenge Hygienevorschiften bestand die ein Einduschen vorschrieben, wurde die Gruppe getrennt. Ein Teil konnte in einem der Einkaufszentren in Kitchener die Wirtschaft Kanadas ankurbeln, während ein anderer Teil unseren Busfahrer Homer Martin überredete einen bekannten Milchviehbetrieb anzufahren. Der dritte Teil der Gruppe besichtigte den Schweinezuchtbetrieb. Der Betriebsleiter Curtis Littlejohn führte uns durch seine Stallungen. Der Betrieb vermehrt Jungsauen für das Unternehmen Hypor mit 400 Stammsauen im geschlossenen System. Ferkel und Sauen auf dem Betrieb werden mit Hilfe eines ausrangierten Schulbusses von Stall zu Stall transportiert. Diese können für 1.000 $ sehr günstig erworben werden und eignen sich sehr gut zum Schweinetransport. Die Sauen am Betrieb werden nach dem Besamen in die Gruppenhaltung umgestallt, was für Kanada sehr ungewöhnlich ist, da hier noch immer überwiegend der Kastenstand verbreitet ist. Die Fütterung der Sauen erfolgt über eine Bodenfütterung. Nach dem Absetzen werden die Ferkel geschlechtsgetrennt aufgestallt und gemästet. Für den Verkauf benötigte Jungsauen werden aus der Gruppe heraus selektiert. Eine Selektionsquote konnte uns Herr Littlejohn nicht nennen, da er bisher aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage in Kanadas Schweineproduktion noch nie voll ausverkauft war. Die Zuchtnebenprodukte können in Kanada ohne große Einbußen als Mastschweine vermarktet werden.

Im Anschluss an den Betriebsdurchgang traf sich die komplette Gruppe bei Familie Littlejohn zum Mittagessen, um in gemütlicher Runde bei zerrupfter Schweineschulter und Bier über die Schweineproduktion in Kanada zu diskutieren. Herr Littlejohn stand uns geduldig Rede und Antwort.



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Den Abschluss des Tages bildete ein Besuch der Farm von Rick Vanden Bos. Herr Vanden Bos ist gebürtiger Holländer der vor über 10 Jahren nach Kanada ausgewandert ist und sich hier einen Betrieb mit Ackerbau und Schweinemast aufgebaut hat. Als Hobby mästet er zudem noch 700 Puten in einem Altgebäude. Herr Vanden Bos mästet in seinem 1100er Maststall der 2007 neu gebaut wurde Mastschweine einer Vier-Rassen-Kreuzung aus Hampshire, Duroc, Yorkshire und Landrace.

Am Abend wurde die Reisegruppe vom Besitzer des Walper Hotels auf einen kleinen Empfang eingeladen. Mit diesem Empfang wollte sich das Hotelpersonal für die aufgrund der Renovierungsarbeiten angefallenen Unannehmlichkeiten entschuldigen. Bei Brezen (Pretzels) mit Senf, Bier und Wein ergab sich ein guter Rahmen, um Franklin Kains und Helga Hunter für ihren Einsatz und Mühen zu danken, da sie die nächsten beiden Tage nicht mehr mit der Gruppe verbringen würden.



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Dienstag, den 07. Juni 2011

Am Morgen des 07. Juni stand der Besuch der Niagara Fälle an. Die Niagara Fälle sind Wasserfälle des Niagara Flusses an der Grenze zwischen dem amerikanischen Bundesstaat New York und Ontario. Das Wort Niagara heißt in der indianischen Sprache der Ureinwohner donnerndes Wasser. Der den Eriesee mit dem Ontariosee verbindende Niagara River stürzt 58 Meter in die Tiefe. Dabei werden die Fälle durch die oben gelegene Insel Goat Island (Ziegeninsel) in zwei Teile gespalten. Der US-amerikanische Teil hat eine Kantenlänge von 363 m, der kanadische eine von 792 m. Das Wasser des US-amerikanischen Teils fällt nach 21 m auf eine Sturzhalde, die bei einem Felssturz 1954 entstand. Der kanadische Teil (Horseshoe, deutsch Hufeisen) hat eine freie Fallhöhe von 52 m.

Der Wasserdurchfluss beträgt, je nach Jahreszeit, zwischen 2.832 und 5.720 m³/s, durchschnittlich 4.200 m³/s (ungefähr das Doppelte des Rhein-Abflusses), wobei zu sagen ist, dass je nach Tageszeit nur etwa ein Viertel bis die Hälfte der gesamten Wassermassen die Fälle hinunterstürzen. So werden die Wasserfälle nachts, außerhalb der Saison sowie bei geringer Frequentierung durch Touristen auf bis zu 10 % der ursprünglichen Wassermenge gedrosselt und die verbleibenden 90 % über ein Stauwehr für die Stromgewinnung umgeleitet. Zu Saisonzeiten werden die Wasserfälle sprichwörtlich per Knopfdruck allmorgendlich angeschaltet.

Nach einer Fahrt mit dem Ausflugsboot Maid of the Mist an den Fuß der Fälle bestand noch etwas Zeit, um der Stadt Niagara-on-the-Lake einen Besuch abzustatten.



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Als nächste Attraktion stand der Besuch des Chateaus der Charmes winery an. Die Kelterei wurde in den 1960er Jahren von Paul Bosc gebaut. Herr Bosc stammt aus einer französisch stämmigen Winzerfamilie und kann auf die Erfahrung von 5 Winzergenerationen zurückgreifen. Nach jahrelangem Weinanbau und Zuchtarbeit hatte Herr Bosc die für ihn besten Rebstöcke gefunden. Der Betrieb besitzt heute eine 1994 erbaute Kelterei und 4 Weinanbaugebiete mit insgesamt ca. 140 Acre. Mehrere nationale und internationale Auszeichnungen bezeugen die Qualität der Kelterei. Nach einer ausführlichen Führung hatte die Reisegruppe die Möglichkeit verschiedene Weine zu testen. Die Weinprobe beinhaltete zwei Weißweine, einen Rotwein sowie einen Eiswein.



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Im Anschluss an die Besichtigung der Kelterei machen wir uns auf den Weg zu der letzten Station unserer Reise nach Toronto wo wir eine Stadtführung erhielten. Toronto ist mit 6,5 Millionen Einwohnern die größte Stadt Kanadas und die Hauptstadt der Provinz Ontario. Im Zentrum der Stadt leben ca. 2,5 Millionen Menschen, die restlichen 4 Millionen verteilen sich auf die zahlreichen Außenbezirke. Die Stadt liegt am nordwestlichen Ufer des Ontariosees, dem mit 18.960 km² Fläche kleinsten der fünf Großen Seen. Das Zentrum mit dem Einkaufs- und Bankendistrikt befindet sich in der Nähe des Sees. Die Haupteinkaufsstraße ist die Yonge Street. Toronto ist Kanadas Wirtschaftszentrum und weltweit einer der führenden Finanzplätze.

Torontos Architekturtradition setzte Mitte des 19. Jahrhunderts ein. Viele der führenden Architekten haben in Toronto Bauwerke gestaltet. Das Straßensystem ist größtenteils schachbrettförmig ausgerichtet. Eine der wichtigsten Straßen ist die Yonge Street. Gedacht war sie als militärische Nachschublinie; heutzutage spielt sich das wirtschaftliche und kulturelle Leben hauptsächlich entlang dieser Straße ab. Der Stadtkern besteht vor allem aus hohen Bauwerken. Im Metropolraum Greater Toronto Area gibt es über 2.000 Gebäude, die über 90 Meter hoch sind; damit besitzt Toronto nach New York City die zweithöchste Anzahl an Wolkenkratzern auf dem nordamerikanischen Kontinent. Höchstes freistehendes Bauwerk des amerikanischen Doppelkontinents, städtebauliche Dominante und Wahrzeichen ist der 1976 fertiggestellte und 553 m hohe Canadian National Tower, kurz CN Tower. Der Turm zählt mit jährlich rund zwei Millionen Besuchern zu den meistbesuchten Gebäuden Kanadas. Bis zum 12. September 2007 war der CN Tower auch das höchste freistehende Bauwerk der Erde. Diesen Rang nimmt mittlerweile der Burdsch Chalifa in Dubai mit 828 Metern ein. Das Chinatown von Toronto gehört zu den größten in Nordamerika. Wie die anderen zeichnet es sich durch zweisprachige Straßenschilder und zahlreiche chinesische Geschäfte und Restaurants aus.

Den Abschluss unseres letzten Abends in Kanada bildete ein Besuch im Steakhouse. Bei T-Bone-Steak und Bier konnten in geselliger Runde die ersten Eindrücke der Millionenstadt diskutiert werden.



Mittwoch, den 08. Juni 2011

Am letzten Tag unserer Studienfahrt ging es hoch hinaus. Wir besichtigten den CN-Tower, wie bereits erwähnt das ehemals höchste freistehende Gebäude der Welt und genossen die atemberaubende Rundumsicht auf Toronto. Im Anschluss hatte die Gruppe die Möglichkeit eigenständig die Stadt zu erkunden und Sehenswürdigkeiten wie das Eaton-Center, den Financial District, China Town oder Toronto Island u.v.m. zu besichtigen.

Am späten Nachmittag bereiteten wir uns auf die Abreise vor und verabschiedeten uns am Flughafen herzlich von unserem hervorragenden Busfahrer Homer Martin. Der Flug verlief reibungslos und wir konnten am Donnerstagmittag, den 09. Juni wieder bayerischen Heimatboden betreten.

 

Michael Kandert


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