28.01.2011

Tierschutzbund verstärkt Kampagne gegen die betäubungslose Ferkelkastration
(Quelle: ZDS) Der Deutsche Tierschutzbund hat seine Kampagne „Ferkelprotest“ gegen die betäubungslose Ferkelkastration verstärkt und sein neues Plakat- und Postkartenmotiv „Fühl dich wie ein Schwein“ sowie einen Kino- und TV-Spot präsentiert. Auf der Veranstaltung am vergangenen Freitag in Berlin bekräftigte Wolfgang Apel als Präsident des Deutschen Tierschutzbundes seine Forderung nach einem sofortigen Ende der aktuell gängigen Praxis. Die Politik müsse „jetzt den nächsten Schritt tun“. Laut dem deutschen Tierschutzgesetz dürfe ein mit Schmerzen verbundener Eingriff an einem Wirbeltier nicht ohne Betäubung durchgeführt werden.
Trotzdem sei die betäubungslose Kastration von unter acht Tage alten männlichen Ferkeln immer noch erlaubt. Dabei seien Alternativen längst vorhanden, erklärte Apel. In Zukunft werde der Tierschutzbund nicht nur den Druck auf die Politik, sondern auch auf den Handel erhöhen. „Wir setzen darauf, dass es Vorreiter im Markt gibt, die das Ende der Tierqual auch als Verbraucherwunsch erkennen und in der Sortimentsgestaltung vorangehen“, betonte Apel. Neben der Jungebermast würden sowohl die Impfung gegen den Ebergeruch als auch die Vollnarkose mit Isofluran in der Praxis bereits eingesetzt. Neuland, der Verein für tiergerechte und umweltschonende Nutztierhaltung, betäube die Ferkel vor der Kastration freiwillig und mit Erfolg bereits seit zwei Jahren, erläuterte Apel. Biobetriebe dürften ab dem kommenden Jahr nur noch mit Betäubung kastrieren. Für konventionelle Aufzuchten gebe es nach wie vor keinerlei Regelungen.
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